Erst vor kurzem hat die EZB Ergebnisse einer Studie über die Zahlungspräferenzen der europäischen Bevölkerung veröffentlicht (1). Die Studie ist Teil der zweijährigen Investigationsphase der EZB zum Digitalen Euro, an die im kommenden Jahr 2023 ein erster Prototyp des Digitalen Euros folgen soll.
Die klare Message: Zahlungen sollen instant, kontaktlos, Peer-to-Peer, möglichst eine hohe Verfügbarkeit und eine breite Akzeptanz am Point-of-Sale aufweisen. Privatsphäre und Sicherheit sind und bleiben wichtige Faktoren. Diese und weitere Eigenschaften, die wir uns im Folgenden näher anschauen werden, soll der Digitale Euro verkörpern.

Im Teil 1 der Blogserie zum Digitalen Euro hast Du die Basics zum Thema kennen gelernt: Was ist der Digitale Euro und welche Parteien sind im Ökosystem des Digitalen Euros involviert? In diesem Beitrag wirst Du mehr aus Sicht der Banken, der Zahlungs- und Finanzdienstleister erfahren. Denn auf sie kommt eine wichtige Rolle zu: Den Digitalen Euro zu „verteilen“.
Anhand von 4 Fakten schauen wir uns gemeinsam die zukünftigen Aufgaben der Distributoren an:

Fakt 1: Zugang über digitale Wallets

Die gute Nachricht, wir bleiben im Two-Tier-System. Der Digitale Euro wird von der EZB emittiert und über geprüfte Intermediäre, z. B. Banken und Zahlungsdienstleister an den Endkonsumenten bereitgestellt. Die Verteilung wird ähnlich dem aktuellen Bargeldsystem aussehen, nur eben in digitaler Form. Die EZB emittiert den Digitalen Euro beispielweise als Token. Die Geschäftsbank erhält dann diesen Token, wenn sie den gleichen Wert bei der EZB hinterlegt.

Bevor Du als Verbraucher mit dem Digitalen Euro an der Supermarktkasse zahlen kannst, benötigst Du zunächst eine Möglichkeit, das digitale Bargeld abzuheben.

Hier kommt die digitale Geldbörse zum Einsatz: Banken müssen den Zugang zum Digitalen Euro über digitale Wallets ermöglichen. Höchstwahrscheinlich sollen Banken oder Finanzdienstleister diese Wallets entwickeln und bereitstellen. So kannst Du und jeder andere Endverbraucher über eine Web-Applikation, über das Smartphone oder sonstige Wearables die digitalen Coins nutzen. Um Deine virtuelle Brieftasche mit digitalem Euro aufzuladen und letztendlich am POS oder im E-Commerce zu zahlen, musst Du Geschäftsbankgeld oder physisches Bargeld in den Digitalen Euro tauschen. Denkbar wäre eine Verbindung zwischen Wallet und Bankkonto oder, wie im Bargeldsystem, könnten Banken Geldautomaten bereitstellen, in dem Du den physischen Euro gegen Digitalen Euro einfach tauschen kannst.

Ebenso eine wichtige Voraussetzung ist der reibungslose Ablauf des Zahlungsprozesses und die Schaffung der Akzeptanz bei dem Händler. Diesen Punkt werden wir in Teil 3 der Blogserie näher beleuchten.

Fakt 2: Finden der richtigen Balance zwischen Privatsphäre und Betrugs- sowie Geldwäscheprävention

Eine Herausforderung ist, die richtige Balance zwischen dem Schutz der Privatsphäre der Verbraucher und gleichzeitiger Einhaltung der Geldwäsche- und Betrugsprävention zu finden. Eine Lösung kann es sein für kleinere Beträge bis zu einer bestimmten Grenze Zahlungen anonym abzuwickeln. Ab einem bestimmten Zahlungsbetrag könnten Regularien wieder greifen, um rechtswidrige Aktivitäten wie Betrug oder Geldwäsche zu verhindern. Für die Einhaltung der Regularien sind Banken weiterhin verpflichtet.

Ebenfalls wird das Onboarding und das Einhalten der Know-Your-Customer-Vorgaben für Finanzdienstleister eine Herausforderung sein. Denn es soll die Möglichkeit bestehen, dass Bürger ohne einen Zugang zum Bankkonto über den Digitalen Euro verfügen können.

Fakt 3: Banken und Finanzdienstleister sind Innovationstreiber

Geschäftsbanken und Zahlungsinstitute haben die Möglichkeit den Digitalen Euro zu einem innovativen und erfolgreichen Produkt zu entwickeln. Wichtig hierbei sind vor allem die zusätzlichen Services und Produkte, die rund um den Digitalen Euro angeboten werden können. Zusätzlich müssen Banken die Chance nutzen, um neue Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln. Das umfasst Services direkt am POS, die Dir als Endverbraucher flexible Zahlungsoptionen, zum Beispiel Ratenzahlung, ermöglichen.

Fakt 4: Die Umsetzung des Digitalen Euros bedeutet, es ist ein Projekt!

Eins ist klar: Entscheidet sich die EZB für die Umsetzung des Digitalen Euros, wird es die Ausmaße eines Großprojekts annehmen, das Geschäftsbanken umsetzen müssen. Daher ist es wichtig, dass Banken sich frühzeitig mit dem Digitalen Euro auseinandersetzen, genügend Ressourcen und Kosten für die Umsetzung einplanen.
Eine gute Vorbereitung ist daher die halbe Miete!

Sind Sie als Bank vorbereitet?

Apropos Vorbereitung … passend zum Blogbeitrag startet heute unsere kostenlose (ja richtig – kostenlose) Webinar-Reihe zum Digitalen Euro. Worauf warten Sie noch?

Wenn Sie sich jetzt noch schnell registrieren, können Sie heute Nachmittag um 16 Uhr am Webinar teilnehmen: https://www.ppi.de/payments/next-generation-payments/webinar-digitaler-euro/
Wir freuen uns!

(1) Digital Study on New Digital Payments, Report March 2022

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