Zum Jahresstart darf ich euch drei spannende Blog-Teile rund um die Kryptowährung Ethereum bieten und rufe damit den Krypto-Januar aus!

Aber erstmal ein paar Monate zurück ins Jahr 2022; und zwar genau zum 15. September 2022. An diesem Tag wurde Phase 2 des Upgrades abgeschlossen. Ethereum ist nun eine Proof-of-Stake-Blockchain. Nach mehrmaligem Verschieben der Frist wurde dieser Schritt von der Community natürlich entsprechend heiß erwartet. Hohe Preisprognosen standen im Raum.  

Allein in der Erwartung auf mehr Anlegerinteresse hatte sich der Ether-Preis vom Bärenmarkt-bedingten Tief bei ca. 880 Dollar um Mitte Juni auf ca. 2022 Dollar um Mitte August erhöht.  

Dies lag auch daran, dass viele Anleger bereits begonnen haben Ether zu akkumulieren. Hinzu kam, dass der S&P500 ein zumindest temporäres Support-Level erreicht hatte, von welchem aus er vorerst wieder einen Bounce machte.  

Ethereum-nahe Assets reagierten 

Auch Ethereum Classic (ETC) wurde von dem Hype mitgezogen. Anleger erwarteten, dass viele Ethereum-Miner auf ETC wechseln und ETC so zu enormer Dezentralität verhelfen. 

ETC ist seit dem ETH-Merge die einzige Smart-Contract-fähige Proof-of-Work-Blockchain mit einer maximalen Supply. Das bedeutet deflationäre Wirkung gepaart mit hoher Dezentralität. Ein Gaumenschmaus für jeden Krypto-Gourmet.

Polygon Matic, als Ethereums wichtigste Layer-2-Scaling-Lösung, hat ebenfalls von den guten Nachrichten profitiert.  

Lido hat sich gemausert 

Der Governance-Token von Lido Finance hatte auch stark an Wert gewonnen. Lido Finance ist eine dezentrale autonome Organisation (DAO), und stellt einen Staking-Pool für Ethereum 2.0 bereit.  

Der Kursanstieg lässt sich darauf zurückführen, dass Lido Finance der Anbieter mit dem bei weitem größten Staking-Pool ist. Zudem hat Lido von Anfang an die besten Zinskonditionen und Zusatzleistungen angeboten. Beispielsweise hat man für seine gestakten Ethereum im 1:1-Verhältnis „stETH-Tokens“ erhalten, welche die Kursentwicklung von Ether abbilden.  

Hierdurch konnten beim Staking Zinsgewinne erwirtschaftet werden, ohne auf Trading zu verzichten – ein „Win-Win-Win“ für die Investoren, für Lido und für Ethereum selbst. Darüber hinaus bietet Lido weitere Pools für andere Blockchains und Tokens. 

Zurück auf den Boden der Tatsachen 

Doch wie so oft trifft die Regel „buy the news and sell the rumors“ mal wieder zu. Der Preis von Ethereum fiel auf 1294 Dollar, da die Anlegererwartung und die einhergehende Nachfrage gesättigt wurden. Aber natürlich trugen auch die Bewegungen des S&P500 und Bitcoin als Indizes dazu bei.

Das Ausmaß des Preisabsturzes hatte aber noch einen bedeutenderen Grund. Um diesen zu erklären, werden wir im zweiten und dritten Teil dieser Blogreihe auf die technischen Aspekte eingehen. 

Bitcoin bleibt der Goldstandard 

Da Ethereum keine maximale Supply hat, aber neue Ether produziert werden, ist Ethereum (anders als Bitcoin) von Natur aus inflationär. Bei Bitcoin werden die Belohnungen, welche Miner für das Validieren von Blocks erhalten, alle vier Jahre programmatisch um die Hälfte verringert (Halving), während es niemals mehr als 21 Millionen Bitcoin geben wird.

Hierdurch wird ein ausgeglicheneres Verhältnis zwischen der zunehmenden Rarität, dem steigenden Bitcoin-Wert und den Block-Rewards hergestellt. So ähnlich ist es bei Gold auf natürliche Weise der Fall. Daher wird Bitcoin häufig als „digitales Gold“ bezeichnet. Aufgrund der Möglichkeit von Smart Contracts auf Ethereum wird Ether häufig als digitales Öl bezeichnet, denn Transaktionsgebühren werden immer in Ether gezahlt.

Faktor 1: „Lasst uns ein paar Coins verbrennen!“ 

Um konkurrenzfähig zu bleiben, versucht die Ethereum-Community, dem inflationären Charakter entgegenzuwirken. Die neuen Tokenomics (Token-Economics) von Ethereum verhalten sich nun weniger inflationär. 

Im August 2021 wurde die London-Hardfork (EIP-1559) implementiert. Seitdem wird bei jeder Transaktion ein Teil der Transaktionsgebühren verbrannt (Burning). Hierdurch entsteht eine deflationäre Wirkung, die dem inflationären Basismechanismus etwas entgegenwirkt. Burning bedeutet, dass Ether auf eine “Locked Wallet” transferiert werden; also ein Wallet, zu dem niemand Zugang hat. So werden Coins irreversibel aus dem Umlauf gebracht. 

Faktor 2: Höhere Kurse rechtfertigen geringere Block-Rewards 

Bei Ethereum wurden Reduktionen der Block-Rewards bislang nicht regelmäßig getroffen. Aber On-Chain-Daten zeigen, dass die Block-Rewards im Zuge verschiedener Updates in unregelmäßigen Abständen manuell reduziert wurden.  

Für Ethereum 2.0 sind ebenfalls keine automatischen und regelmäßigen Halving-Events vorgesehen. Es ist jedoch anzunehmen, dass mit Anstieg des Kurses weitere manuelle Halving-Events von den Validator-Knoten beschlossen werden. 

Faktor 3: Wenn alle staken, verkauft auch niemand 

Durch den Proof-of-Stake Konsensmechanismus von Ethereum 2.0 wird ein Teil der sich im Umlauf befindenden Ether gestaked. Daher wird eine wichtige beträchtliche Menge an Ether auf unbestimmte Zeit verschlossen und nicht bewegt.

Hierbei sind Validator-Knoten länger an das Staking gebunden als Retail-Investoren, die in Pools staken. In Erwatung des Merges waren im September 2022 bereits ca. 10 % aller Ether gestaked. 

Macht drei Mal deflationär immer noch inflationär? 

Zählt man die drei Faktoren zusammen, spricht man vom sogenannten „Triple Halving“. Dies war ein einmaliges Event im Zuge des Upgrades auf Ethereum 2.0. Hierdurch wurde der Verkaufsdruck um ca. 90 % reduziert – zumindest theoretisch. 

Der Burning-Mechanismus bleibt bestehen, einzelne manuelle Halving-Events sind nicht ausgeschlossen und es werden wahrscheinlich immer mehr Ether gestaked.  All dies sollte dem inflationären Basisprinzip auch langfristig entgegenwirken.  Es bleibt jedoch fraglich, ob Ethereum mit all diesen Mechanismen an den Deflationsgrad von Bitcoin herankommt – oder diesen sogar übertrifft.

Ihr fragt euch jetzt, was sich technisch geändert hat und wie es um Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit bestellt ist?

Dann freut euch auf die kommende Woche, denn diesen Fragen gehe ich im zweiten Teil meiner Blogreihe auf den Grund!

Liebe Grüße 😊 

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